dat is nu all de 70. Utgaav vun unsen Rundbreef. Anfangen hett dat dortomal in de Corona-Tied. Wi kunnt uns nich mehr drepen, wullt uns aver ok nich ut de Ogen verleren. Dor harrn wi uns eenfach de Narichten mit unsen Rundbreef vertellt, un de een oder annere hett dorbi ok de Lust funnen, egen Vertellens optoschrieven. Intwüschen is ut unsen Rundbreef een stännig „Institutschoon“ wurrn. Fast 100 Lüüd kriegt em per E-Mail toschickt. Un dat sünd ok jümmers mehr Berichte ut de plattdüütsche Welt, woröver dat wat to vertellen gifft. Dat is för mi en Teken, dat uns Sprook nich, wi ik annerletzt in dat Blatt leest hebb, blot „künstlich an Leven erhalten ward“, sünnern doch noch för her Oeller bannig kregel is. Leest mal de Bericht över de „internationalen Tag der Muttersprache“. Veel Vergnögen bi´n Lesen wünscht ji
Ut uns Plattdüütschkrink:
Nu dreept wi uns all över teihn Johr to’n gemeensamen Platt-Snacken. Wi hebbt tosamen bannig vele Geschichten leest un ok jümmers wedder fein mit’nanner schnackt. Dat höllt den Kopp op Trab un maakt richtig Spaaß – besünners dat gemeensame Snacken. Un dor hebbt ji mi vertellt, dat Snacken, dat schullen wi doch noch mehr maken. Dat is doch so fien! – Ik funn dat ok, un dorüm mien Vörslag: Wi fangt unsen Avend mit’n lockern Klöönsnack an. Snackt mit eenanner, lustig, fidel un ahn Hast. Achteran geiht dat dann wedder as jümmers, mit egen schreven Geschichten, Vertellens ut mitbrocht Böker or Dööntjes vun mien kopieerten Bläder. Wat meent ji? Loot uns dat mal versöken!
Ut de plattdüütsch „Welt“:
Bild Google
An 21. Februar weer de „Dag vun de Mudderspraak“. Dat is een weltwiet Ehrendag, de an 21. Februar begahnn waard. He erinnert doran, wo wichtig Moderspraak(en) för Identität, Kultur un Kommunikatschoon sünd. De Dag wurr vun de UNESCO 1999 in´t Leben ropen un schall Mehrspraakigkeit föddern un dat Bewusstsein för bedroht Spraken starken. Also ok för uns Plattdüütsch. Wusst ji dat? Ik nich. Doch nu heff ik düssen Artikel im Hamburger Abendblatt funnen. Leest mol:
Totgesagte leben länger. Zählt Niederdeutsch eigentlich auch dazu?
Die Greifswalder Sprachforscherin Birte Arendt gibt Antworten:
„Jein“ antwortet Birte Arendt, wenn sie gefragt wird, ob Niederdeutsch oder Plattdeutsch eine Muttersprache sei. „Ja, Niederdeutsch ist eine Muttersprache für die, die mit Niederdeutsch aufgewachsen sind“, sagt die Leiterin des Kompetenzzentrums für Niederdeutschdidaktik im mecklenburg-vorpommerschen Greifswald. Man spreche von L1, das L steht für language (Sprache) und bezeichnet die Sprache oder die Sprachen, die ein Mensch von Geburt an oder in der frühen Kindheit als erste Sprache erwirbt.Mehr anzeigen
Als L2 bezeichne man den Erwerb einer zweiten Sprache: „Und das ist tatsächlich für viele das Niederdeutsche – nicht nur in Deutschland, sondern auch international, wenn wir beispielsweise in die Niederlande schauen oder nach Brasilien, wo man in bestimmten Regionen das Pomerano, einen niederdeutschen Dialekt, spricht.“ Aber schaue man auf den schulischen Kontext, sei es eine Fremdsprache, die vermittelt werde.
Viele Landschaftsdialekte
„Tatsache ist, wir haben immer weniger Sprecherinnen und Sprecher, die das als Muttersprache im innerfamiliären Gebrauch erwerben, weshalb es dann auch schulisch vermittelt wird in den Kindergärten und auch an den Hochschulen. Wenn wir also sagen würden, Niederdeutsch ist nur Muttersprache, dann greift das zu kurz“, so Arendt.
Im westlichen niederdeutschen Raum seien Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen die zentralen Bundesländer, in denen Niederdeutsch gesprochen werde. Im ostniederdeutschen Raum seien es Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Innerhalb dieser Bereiche gebe es allein 19 Landschaftsdialekte. „Die Einheit in der Vielfalt, das wäre sicherlich so das, womit man Niederdeutsch am besten charakterisieren könnte“, sagt die Hochschullehrerin.
Schulische Modellprojekte
Seit einigen Jahren gebe es schulische Modellprojekte, in denen Niederdeutsch Unterrichtsfach sei. Aber meistens werde es auf freiwilliger Basis als Wahlpflichtfach oder als Arbeitsgemeinschaft angeboten. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es aktuell vier Profilschulen, die mit Niederdeutsch zum Abitur führen. „Im universitären Bereich sehen wir ein sehr starkes Interesse bei Studierenden.“ An der Universität Greifswald gebe es seit über 30 Jahren eigenständige Niederdeutsch-Studiengänge, die Universität Oldenburg habe einen Bachelor- und Masterstudiengang eingeführt.
Ziel sei es, eine durchgängige Sprachbiografie zu ermöglichen: „Dass man von der Grundschule an damit aufwächst und dann die Sprache im besten Fall mitnimmt bis zum Abitur.“ Was Arendt auch beobachtet, ist, „dass Niederdeutsch auch cool sein kann und im Alltag ja auch immer wieder mal umgangssprachlich benutzt wird. Denken Sie an ,Moin‘ oder ,Sabbel nich so viel‘.“
Plattdüütsch im Gottesdienst
Auch die Kirche in Mecklenburg-Vorpommern hat sich auf die Fahne geschrieben, die plattdeutsche Sprache zu erhalten. „Plattdüütsch ist wie jede Sprache ein Kommunikationsmittel“, sagt Jürgen Hansen vom Plattdeutschen kirchlichen Zentrum im Dorf Kirch Stück bei Schwerin. „Es ist eine einfache Sprache, abstrakte Wörter werden aufgelöst und mit einfachen Worten umschrieben“, erläutert er.
In der dortigen evangelischen Kirche St. Georg wird der niederdeutschen Sprache ein besonderer Raum gegeben. So werden kirchliche Veranstaltungen in Plattdeutsch angeboten. Der im Jahre 2012 gegründete Förderverein Kirch Stück organisiert bis zu 15 Kulturveranstaltungen im Jahr, darunter auch viele in plattdeutscher Sprache. Kirchengemeinde und Förderverein betreiben gemeinsam das Plattdeutsche kirchliche Zentrum.
Niederdeutsch ist eine gefährdete Sprache
Hansen ist überzeugt, Plattdüütsch gehe zu Herzen und mache den Gottesdienst menschlich. Der Abstand zwischen Pastor und Gemeinde werde kleiner. Oder, wie es auf der Internetseite des Arbeitskreises „Plattdüütsch in de Kirch“ heißt: „Plattdüütsch passt good to den Updrag von uns Christen, de Minschen to seggen: Gott hett di leiw, jüst so as du büst.“
Fakt sei, Niederdeutsch stehe im „Redbook“, im roten Buch der gefährdeten Sprachen, erläutert Professorin Birte Arendt. „Wir finden unterschiedliche Zahlen, die reichen von zwei Millionen Sprechern weltweit bis hin zu nur noch ein paar 100.000.“ Doch Arendt weiß: „Wir haben eine über 400-jährige Tradition, dass Niederdeutsch totgesagt wird. Aber Totgesagte leben meistens länger, und das scheint für das Niederdeutsche auch zu gelten.“
Zum Erhalt des Niederdeutschen könne jeder etwas in seinem eigenen Umfeld tun, in dem er Plattdeutsch spreche. Man könne mit einzelnen Phrasen oder Wörtern anfangen und dann sehen, welche Leute darauf reagieren. „Und vielleicht bemerkt man, dass Leute Plattdeutsch sprechen können, von denen man es gar nicht vermutet hat. Und dann kommt man ins Gespräch. Das wäre auf jeden Fall ein Anfang.
Eidelstedt, wat büst du wussen!
De Geschicht vun uns lütt kommodig Dörp to´n Stadtdeel vun de Grootstadt in dree Stremels,
Deel 2
De Verkehr hett in Eidelstedt schon jümmers een bannig wichtig Rull speelt. Dat lütte Dörp liggt schön to an de nieje Plastert „Kunststraat“ na Kiel, wat dat ganz praktisch maakt för de reisende Lüüd. Dor weern denn ok jümmers een Barg vun Fohrlüüd mit Peer un Wagen, de Postkutsch un sogor mennigmal ok een vun twee Peer trocken Etagenbuss ünnerwegens. Mit de Tied wurr dat Dörp jümmers mehr to´n Verkehrs-Knotenpunkt. All dat weer en bannig groten Schritt na vörn för de Lüüd un dat Dörp. Besünners as denn ok noch de Iesenbahn dorto kaam. Vördem kunn een ja blot de Kutsch nehmen; nu aver ok mit de Bahn fohren. Dat weer doch wat. Mehr anzeigen
Man de Tiet löppt wedder. Hüüt gifft dat in Eidelstedt twee Autobahnen, dree grote Hööftstraaten, dorto een groot Liniennetz för de Busse un veer Bahnhööv för de Iesen- un S-Bahn.
Nu aver wedder na de Reeg:
Foto: Heimatmuseum Kieler Straße mit Bahngleisen
An 8. September 1844 fohrt de eerste Togg vun de domals nöömt „Christianbahn“ af Altona na Kiel los. Toerst gaav dat In Eidelstedt noch gor keen richtig Bahnhoff. Blot ´ne lütte Bood an de Bahnhoffsstraat -hüüt Reichsbahnstraat- för de Schrankenoppasser – ok „Iesenbohnpohlopundaldreiher“ nöömt. Sien Hütt weer denn de Haltstation. Hier kunnt de Eidelstedter denn jedeen Dag eenmal na Kiel und eenmal na Altona in- un utstiegen. De richtig Bahnhoff Eidelstedt wurr denn 1870 buut.
Aver dat geev ok noch een annere Bahn, de vun de Altona-Kaltenkirchner Eisenbahngesellschaft. 1883 hett se de Sellschop grünnt. Un de hett ehrn eegen Bahnhoff hatt. De Schien’ gung vun Altona, lang de ole „Provinzialstraat“ – de hüüdige Kieler Straat – queer dörch Eidelstedt. Un dor weer denn ok de Bahnhoff, middenmang in dat Dörp, de hüdige Eidelstedter Platz.
Aver de Geschicht vun de Bahn verleep nich jümmers glatt. Dat geev veel Malören op de domals schon veel befohren Bahnstreck. De Lüüd harrn Bang vör dat „Dampfpeerd“, wat dor mit föffteihn Stünnenkilometers „anbruust“ kaam. Dorüm wurr se bi de Lüüd kort A- un K-Bahn“ (Angst- un Kummerbahn) nöömt. – Een anner Problem weer de „Eidelstedter Barg“ kort vör de Statschoon. Dor harr de Bahn mennigmal keen Puust mehr. Doch denn hett de Lokföhrer blot ropen bruukt: „All man utstiegen un schuven!“ Un dat hebbt se denn ok maakt bit to de Bahnhoff
direktemang an Eidelstedter Platz.
Kloor, dat kunn op Duer nich so blieven. De Eidelstedter Platz weer nu een „Verkehrsmittelpunkt“. För de Lüüd weer de vele Verkehr op düsse Oort aver bannig gefährlich. Dat wullt se nu ännern. De Gleis längs de Kieler Straat wurrn verleggt. De Bahnhoffshall hebbt se afreten un 1912 bi de hüdige Nebenbahnstraat opbuut. Dat Huus steiht jümmers noch. Un de Bahn föhrt ok noch. Nu aver nich mehr op de Straat mit Damploks, sünnern bald (2028) schick as neeje S-Bahn in´n „Keller“.
Aver da weer ja nich blot de lütte „Angst- un Kummerbahn“, nee – dor weer ok noch de groote „Staatsbahn“, de fröhere Christian Bahn, vun de ik al bericht hebb. De weer besünners wichtig för Eidelstedt. Mit her Gööderbahnhoff un Bahnbedriefswark hett se dorför sorgt, dat de Industrie in Eidelstedt bannig wussen is. Dor hett sik denn lang de Bahn een heel Industriegebeet ansiedelt. – Een vun de ersten Betrieven weer en Glashütt, de den fienen Quarzsand ut dat Eidelstedter Moor bruukt. As se 1904 dichtmaakt, is dor de Fischmehlfabrik Pallasch rinkamen. De hett den Fischaffall vun Altonaer Fischmarkt to Mehl maakt. Jo, dat weer praktisch – aver, mien Jung: dat hett richtig stunken! Dat weern denn de beröhmte „Eidelstedter Düfte“. Aver dor weern ok noch annere ‚besünnere‘ Betrieven, de nich so geern sehn wurrn. Dor to heurt de ‚Norddüütsche Häute-Lagerungsgesellschaft‘ un veel later ok Stolzenberg. 1979 hett dat een richtig Schandal üm düssen Bedrief geven. Överall op ehr Gelände hett ole giftige Chimikalien in rostige Tunnen lagert mang de denn de Gören achterüm speelt heff. Dorbi hett dat denn een groot Malleur geven. Dree Jungs sünd swoor to Schaden komen. Dat weer een bannig Opstand as de Lüüd dat mitkregen harrn. De Firma gifft dat nu nich mehr.
Fröher weer Eidelstedt wiet weg vun de Stadt. Nu is de Großstadt aver dicht an dat Dörp rankroopt un dormit is ok de Verkehr wussen.
Foto: Heimatmuseum Eidelstedt 1930 mit dem Kiosk Büttemeyer
913 wöör denn een Stratenbahn, de Lien 39, baut. De Fohrt gung vun´n Fischmarkt in Altona bit to dat Lokal „Doppeleiche“ an´n Eidelstedter Platz. Later wöör dat denn de Lien 3. De Fahrt gung aver nich mehr na Altona, sünnern vun Hauptbahnhoff in Hamburg na de „Endstation“. So wöör de Haltesteell an´n Eidelstedter Platz vun de Lüüd nöömt. Un dor fohr nich blot de Straatnbahn sünnern ok de roten Busse vun Reimers (PVG) na Pinnebarg un de bluen Busse vun Mulikas ut Quickborn. De Endstation weer nu de Mitt vun´t Dörp. Geihst to Foot hen or fohrst mit de Fohrrad, denn güng dat to de lütt Bod vun de Familie Büttemeyer. Dor kunnst denn dat Fohrrad laten un ok dien Fohrkaart för de Straatnbahn, dien Zigaretten or Bonsches köpen. Aver nich blot dat! Nee, dor kunnst di denn ok „stadtfien“ maken. Dat heet, du treckst dien Stevels mit de Schietplacken ut un treckst de fienen „Stadtschoh“ an. Dann weerst du schick för´n Stadtbummel mit de Straatnbahn na de Mönckebergstraat. Un dien Fohrrad mit de Stevels teuvt in de lütte Kiosk op di, bi dat du ut de Stadt torüch kummst.
De Stratenbahn weer besünners geern bruukt vun de Eidelstedter Lüüd, aver de Verkehr wurr ümmer mehr un de Bahn harr mennigmal veel to laat kamen. 1961 hebbt se de Bahn denn toletzt still leggt un an de Steed Busse insett. Un 1987 de Eidelstedter Platz denn total ümbuut. Aver doröver vertell ik een annermal. Denn köönt ji lesen, wat in Eidelstedt noch so aflopen is.
Literaturnachweis:
Anne Marie Hildebrand: Eidelstedt, du hesst di bannig veraennert Hamburg 2001
Joachim Hinsch: die Eidelstedter Chronik, Stellingen Langenfelde 1926
Otto Hintze: Geschichte von Hamburg Eidelstedt 1965
Peter Jäger: Auf den Spuren der Eidelstedter Geschichte – Born Verlag
aus dem Hochdeutschen übersetzt: Klaus-Peter Schulze, Hamburg 2025
Bilder: Anne Marie Hildebrand: Eidelstedt, du hesst di bannig veraennert Hamburg 2001
Tieden:
De Plattsnacker dreept an’n 11. März Klock söss, in dat Huus vun de Elisabeth Kark, Eidelstedter Dorfstraße.
Hier gifft dat wat op de Ohren:
To düsset Leed gifft dat ok een dortomaals bekanntest plattdüütsch Book: „De Reis na’n Hamborger Dom“. Dat Wark hett fröher en grote Leeserschaft hatt un kannst hüüt as Nahdruck in de Hamborger Bökerhall utlehnen. Ok hier bi uns in Eidelstedt. In dat Book warrt de Geschicht vun een poor Buern ut de Windbergen Geest – vör allem vun Hans Detlef un Klaas Thießen mit ehr Söhn op lustige un lebennig Oort vertellt. Se maken sik mehrmals op’n Weg na Hamborg, üm den groten Johrmarkt, den Hamburger Dom, to besöken. Dorbi beleevt se allerhand appeldwatsche un mol ok trubelige Geschichten. As Lüüd ut’n ländlichen Rebeet kamen se in de grote Stadt un mööt sik mit nee Sitten, frömme Minschen un de Bedrief up’n Dom torechtfinnen. Ik hebb bi’n Lesen mennigmal luuthals lacht.